Wo Hexen tanzen – Albverein auf Harzfahrt

Wie eine bewaldete Gebirgsinsel erhebt sich der Harz aus dem norddeutschen Tiefland. Seine herrliche, stets abwechslungsreiche Landschaft macht ihn zu einem Paradies für Naturliebhaber: Mal bestimmen sanfte Hügel das Bild wie im Süd- und Unterharz, mal steil aufragende Felsen wie die Rosstrappe bei Thale. Alpine Kargheit wiederum erwartet den Wanderer auf dem Brocken, den mit 1142m höchsten Gipfel dieses Mittelgebirges. Unsere Rundreise begann mit der Besichtigung einer der größten Holzkirchen der Welt in Clausthal. Der Bau beeindruckt nicht nur durch seine Größe, sonder vor allem durch seinen künstlerischen und historischen Wert. Über 800m hoch liegt Torfhaus, hier genießt man den ersten Blick auf den Brocken. Während eines abendlichen Spazierganges lernten wir unsere Quartierstadt Bad Harzburg kennen. Ausgangstor zum Harz nennt sich Quedlinburg. Die Vielfalt von erhaltenen Baudenkmalen und die landschaftlich reizvolle Lage machen die Stadt zu einem lohnenden Ziel. Nahe bei Thale liegt der Hexenplatz. Der Sage nach ist hier der große Tummelplatz der Hexen. Ums Feuer tanzend versammeln sie sich zur Walpurgisnacht und fliegen anschließend auf ihren Besen zum Brocken. In die mystische Unterwelt des Harzes tauchten wir beim Besuch der Baumannshöhle ein. Die einmalige Schönheit der unterirdischen Traumwelt aus Stalagniten und Stalaktiten bietet der menschlichen Phantasie genügend Spielraum, um still und heimlich abzutauchen in ein Reich der Fabelwesen und Berggeister. Die Besucher Werningerodes zieht es zuerst zum Mittelpunkt der Altstadt, dem berühmten Rathaus am Marktplatz, einer Perle mittelalterlichen Fachwerkbaus. Künstlerische Vollkommenheit und geglückte Harmonie fesseln das Auge des Betrachters. Ein Erlebnis besonderer Art war die zweistündige Fahrt mit dem Dampfzug auf Schmalspur hinauf zum Brocken. Ein Berg voller Superlative, ein Mythos. An über 300 Tagen im Jahr im Nebel, wir hatten Glück und konnten die herrliche Aussicht weit ins Land genießen. Bei einem Rundgang um die oberhalb der natürlichen Baumgrenze liegenden Brockenkuppe finden wir die Granitfelsen Teufelskanzel und Hexenaltar. Vom Harz weg fuhren wir zu einer Stadt der Superlative: die Autostadt Wolfsburg. Sie ist gebaut als ein Ort der Automobilität. Die großen Gebäude, das Konzernforum, das Zeithaus und das Kundencenter mit den Autotürmen bilden den Rahmen für die Park- und Lagunenstadt mit den Markenpavilions. Eine Fahrt mit dem Oldtimer Ms Osterbek auf dem Mittellandkanal rundete den Besuch in Wolfsburg ab. In Goslars kopfsteingepflasterten Gassen lebt die Blütezeit der alten Reichsstadt noch heute fort. Schier unerschöpflich ist ihr Reichtum an mittelalterlichen Kirchen und phantasievoll verzierten Fachwerkbauten. So bedeutsam ist dieses einzigartige Ensemble historischer Bauten, dass die UNESCO den Stadtkern zusammen mit dem Erzberkwerk Rammelsberg seit 1992 zum Weltkulturerbe der Menschheit zählt. Der großen Zeit des Bergbaus kann man im Besucherbergwerk „Grube Samson“ in Sankt Andreasberg, wo seit 1512 Silber gewonnen wurde, nachspüren. Prunkstück ist die einzige noch betriebsfähige Fahrkunst. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist auch ein originalgetreu rekonstruiertes Kunstrad mit 12m Durchmesser und einer 16,5m langen Pleuelstange zum Antrieb der Fahrkunst. Der Harz mit seiner wunderbaren Natur, seiner bemerkenswerten Kulturlandschaft und seiner kaiserlichen Städte war in diesem Jahr das Ziel der Reisegruppe des Roigheimer Albvereins. Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge war uns eine Reise wert. Seit 35 Jahren sind wir nun unterwegs, was haben wir in Europa alles gesehen. So soll im kommenden Jahr eine Erinnerungsfahrt vom 25.4. – 2.5. in die Toskana stattfinden, zu Zielen, die uns bei 2 vorherigen Reisen am besten gefielen: die Insel Elba, das malerische Gebiet der Cinque Terre und eine Rundfahrt durch das toskanische Hügelland nach Siena und dem Weltkulturerbe San Gimignano.

Text: Gisbert Schenk

Natürlich gibt es in unserem Fotoalbum viele Bilder.

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